Enttäuscht über Hamburger Nein zu Olympiabewerbung

Olympiaplan HH 2024Während zeitgleich rund 65 % der Kieler im Rahmen des dortigen Olympia-Referendums für die Bewerbung als Segelstandort für Olympia 2024 votiert haben, hat in Hamburg bei passabler Wahlbeteiligung eine Mehrheit von 52 % gegen eine Olympiabewerbung gestimmt. Diese Ablehnung ist eine große Enttäuschung und natürlich eine herbe Niederlage für alle, die sich engagiert für eine Bewerbung um olympische und paralympische Spiele eingebracht haben. Meiner festen Überzeugung nach hätte der Norden insgesamt erheblich profitieren können - wirtschaftlich, sportlich, touristisch, gesellschaftlich! Die furchtbaren Terroranschläge in Paris, strukturelle Probleme und Korruptionsfälle in Sportdachverbänden (FIFA, IOC), die aktuellen und absehbaren Belastungen durch die Flüchtlingskrise, das planerische und bauliche Dilemma bei der Elbphilharmonie - das alles und manche Punkte mehr haben die Kritiker beflügelt und mobilisiert. Auch wenn diese kritischen Punkte sicher nicht schlicht wegzuwischen sind, hätte ich mir in der Gesamt-Abwägung ein JA gewünscht. Etwas mehr Optimismus, etwas mehr Wagemut, etwas mehr Aufbruch! Die offenkundig sehr kritisch bewertete Kostendiskussion halte ich für maßlos überzogen! Fast schon für absurd! Die originären Veranstaltungskosten waren komplett durch lfd. Einnahmen und IOC-Zuschüsse gedeckt. Für die vorsichtig und transparent (inkl. Preissteigerungen bis 2024) geplanten Infrastrukturkosten von knapp 7 Milliarden Euro hätten sich Bund und Hamburg und in Teilen die norddeutschen Nachbarländer einigen müssen. Wir reden über 7 Milliarden für 7 Jahre. Das ist kein Pappenstil, aber allein das Volumen der Bundeshaushalte für diesen Zeitraum dürfte sich auf insgesamt rund 2.500 Milliarden Euro (!) belaufen. Und die Investitionen in moderne Verkehrswege, Sportinfrastruktur und Stadtentwicklung hätte Hamburg und dem Norden über Jahrzehnte gedient!!! Eine Mehrheit der Bürger in Hamburg hat das anders gesehen. Das ist wie gesagt enttäuschend, aber demokratisch zu akzeptieren! Leider hat sich die Niedersächsische Landesregierung mit Ministerpräsident Weil (SPD) an der Spitze bestenfalls halbherzig für die Olympiabewerbung eingesetzt. Was Niedersachsen hätte gewinnen können, wurde nicht verdeutlicht. Das hätte das Referendum in Hamburg auch nicht gedreht, trotzdem wäre mehr Engagement der Landesregierung im Sinne des einstimmigen Landtagsbeschlusses von Anfang 2015 pro Hamburger Bewerbung sicher wünschenswert und richtig gewesen. Während sich die Regierungschefs von Schleswig-Holstein und Hamburg noch in der letzten Woche engagiert für die Olympiabewerbung eingesetzt haben und noch eine weitere gemeinsame Kabinettssitzung anberaumt hatten, herrschte in Niedersachsen weiterhin Stille. Auch im Haushaltplanentwurf der Landesregierung für 2016 spielte das Thema von Beginn an keine Rolle. Das mag man nun durch das negative Referendum bestätigt sehen, belegt aber nochmal wie wenig man in Hannover wirklich bereit war, sich wirklich einzubringen. Die CDU-Landtagsfraktion hatte das Thema Olympia mit einer auswärtigen Fraktionssitzung in Luhmühlen und Garlstorf im Landkreis Harburg vor den Toren Hamburgs und einem eigenen Positionspapier aufgegriffen.Wir haben uns als CDU an der Seite der norddeutschen Wirtschaft und des LandesSportBundes Niedersachsen nichts vorzuwerfen, was unser aktives Engagement angeht. Ich denke, Hamburg hat eine große Chance vertan.

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