Kinderbetreuung sicherstellen

Verdener Gespräch in der Verdener-Aller-Zeitung | Mai 2012 Nach der Geburt unserer Tochter Anfang 2010 gingen meine Frau und ich davon aus, dass unser Kind mit drei Jahren in den Kindergarten kommen wird. Nun besucht sie bereits seit neun Monaten die Krippengruppe im Lebenshilfe-Kindergarten in Dörverden. Nicht nur wir, auch unsere Tochter findet es da prima: In der Gruppe mit Gleichaltrigen fühlt sie sich wohl, lernt und spielt. Für uns war das keine politische oder gar ideologische Entscheidung. Wir haben schlicht für uns beantwortet: Was ist das beste für unser Kind? So entscheiden viele Eltern. Auch vermehrt Eltern, die - wie wir - eher geplant hatten, ihr Kind bis zum Besuch des Regelkindergartens zu Hause zu betreuen, was ja keineswegs negativ zu bewerten ist. Es ist Aufgabe der Eltern - nicht des Staates - dies zu entscheiden. Wenn sich Eltern für Krippen oder Tagesmütter entscheiden, dann muss ein kinderfreundlicher Staat sicherstellen, dass Plätze wohnortnah da sind. Weil die Nachfrage nach frühkindlicher Betreuung steigt, muss überall bedarfsgerecht das Angebot mitwachsen. Das stellt die kommunale Ebene, die auch für die vorschulische Betreuung verantwortlich ist, vor große Herausforderungen. Auch finanziell. Bei uns im Landkreis sind die Städte und Gemeinden zuständig. Die Ausbaupläne laufen dann auf Kreisebene zusammen, weil von dort auch Zuschüsse fließen und die Förderung von Land und Bund begleitet wird. Im Jugendhilfeausschuss des Landkreises wird jährlich die Kita-Bedarfsplanung fortgeschrieben. Aufgrund der niedrigen Geburtenzahlen müssen nicht überall neue Krippen gebaut werden. Häufig können freie Plätze in Regelkindergärten helfen, den Bedarf zu decken. Die CDU-Ratsfraktion in Kirchlinteln hat dazu für ihre Gemeinde gerade einen beachtenswerten Antrag formuliert, der auch für Eltern in kleineren Dörfern Perspektiven für die Kinderbetreuung aufzeigt. Um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, haben alle Städte und Gemeinden im Landkreis in den letzten Jahren viel in den Ausbau der Kinderbetreuung investiert und dabei Fördermittel von Bund und Land genutzt. Ohne diese Förderung wäre der rasante Ausbau nicht möglich gewesen. Landkreis und Gemeinden, Verwaltungen und Kommunalpolitik sehen sich bei uns gemeinsam in der Pflicht, bald 35 Prozent Betreuungsquote für die unter Dreijährigen zu erreichen. Einige Kommunen peilen 40 bis 50 Prozent an. Damit auch finanzschwache Gemeinden attraktive Angebote machen können, ist die Frage der Betriebskosten wichtig: Der Kreistag hat beschlossen, dass der Kreis ab 2013 den Städten und Gemeinde mit 1,2 Millionen Euro pro Jahr bei den laufenden Kita-Kosten hilft. Ein guter Anfang. Um die ambitionierten Ausbauziele wirklich zu erreichen, stellt das Land Niedersachsen ergänzend zur Bundesförderung für die Jahre 2012 und 2013 zusätzlich 40 Millionen Euro für den Kita-Ausbau zur Verfügung. Davon können und werden auch Kommunen bei uns profitieren. Gut und richtig, dass Land und Bund die Kommunen bei dieser wichtiger Aufgabe unterstützen. Auch mit Blick auf unsere Wettbewerbsfähigkeit in Zeiten des demografischen Wandels und sinkender Geburtenzahlen muss klar sein: Wir brauchen jedes Kind! Wichtiger als gute Betreuungsangebote sind nur die Liebe und die Erziehungsarbeit der Eltern!

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