Kritik an der Reform der UEFA-Champions League berechtigt

wp_001377GOOD LUCK, Alexander Ceferin! Der neue UEFA-Chef zeigt sich selbstbewusster als gedacht: Er stellt die beschlossene Reform der UEFA-Champions League offen in Frage (darf ich den Namen der CL noch schreiben, ohne zahlungspflichtig zu werden?). Das finde ich mutig und richtig! Künftig sollen ja die vier "großen Ligen" (ENG, SPA, DEU und ITA) fest die Hälfte aller Teilnehmer stellen. Schon der Meister des 11. der Fünfjahreswertung der UEFA hätte keinen festen Platz mehr. Mehr Geld für die Großen, ja viel mehr Geld - so forderte es auch Karl-Heinz Rummenigge - und so soll es kommen, wenn die Reform 2018 wie geplant umgesetzt wird. Letztlich wird diese Gier der europäischen Top-Clubs zu Lasten des sportlichen Wettbewerbs in den jeweiligen Ländern gehen. Wenn es aber erst ab dem Viertelfinale der marktbeherrschenden Großclubs sportlich und finanziell richtig interessant wird, dann verliert z. B. die Bundesliga weiter an Spannung! Kritik an zunehmender Kommerzialisierung des Fußballs gab und gibt es spätestens seit Gründung der Bundesliga 1963 immer wieder. Viele Ängste (Profitum, Trikotwerbung) haben sich im Nachhinein als übertrieben herausgestellt. Manches was am Anfang als Bedrohung gesehen wurde, hat sich später als Bereicherung für den sportlichen Wettbewerb erwiesen. Man sollte für Neuerungen also durchaus offen sein und genau hinsehen - dass da viel Geld "im Pott" ist, kritisiere ich keineswegs grundsätzlich. Ich bin nicht naiv und hänge - mit Ausnahme der Erinnerung an länger zurückliegende Erfolge meines Lieblingsvereins - auch nicht der "guten alten Zeit" nach. Trotzdem sehe ich die aktuellen Entwicklungen ziemlich kritisch: Eine weitere massive Konzentration immer größerer Geldbeträge auf einen kleinen Kreis von fußballerischen Aktiengesellschaften bereitet mir irgendwie unbehagen, weil der Fußball - wie jeder Sport - letztlich von der Spannung des Wettbewerbs lebt. Ich finde die Bundesliga jedenfalls in der Spitze zunehmend langweilig, was nicht heißt, dass ich Bayern oder Dortmund Meistertitel nicht gönnen würde. Dass aber absehbar niemand auch nur in Reichweite der beiden Clubs kommt, ist auf Dauer für die Liga und den deutschen Fußball nicht gut. Auch deshalb: Good Luck, Alexander Ceferin!

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