Lagerstättenwasser: Abzweig von Gasbohrung in 5.000 Metern Tiefe macht es nicht viel besser

Im Landtag: Adrian Mohr, dahinter auf der Regierungsbank Minister Olaf Lies (SPD)

Im Landtag: Adrian Mohr MdL ; auf der Regierungsbank Minister Olaf Lies (SPD)

“Pläne zur Verpressung von Lagerstättenwasser in ausgeförderten Gasbohrstellen, die früher mit Fracking behandelt wurden, sind der Landesregierung nicht bekannt”. Diese Antwort des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (MW) vom 4. Februar 2015 auf meine Kleine Anfrage irritierte mich doch etwas, so dass ich Mitte Februar mit einem Brief an Minister Olaf Lies (SPD) nochmal nachgehakt habe. Hintergrund meiner Fragen: RWE-DEA hat im Dezember 2014 beim Land beantragt, belastetes Lagerstättenwasser in über 5.000 Metern Tiefe durch die frühere Bohrstelle “Völkersen Nord Z3” einzubringen. Dieser auf mich widersprüchlich wirkende Sachverhalt veranlasste mich - nach Austausch mit örtlichen Bürgerinitiativen - im MW bei Olaf Lies nachzuhaken.
In dieser Woche hat mir der Wirtschaftsminister nun geantwortet. Der Minister erläutert darin die Pläne der antragstellenden RWE-DEA AG, wonach zunächst ein 500 Meter hoher Zementdeckel den hydraulisch erzeugten Riss (Frackingstelle) im Gestein abdichten soll (in und 5.000 Metern Tiefe). Weiter heißt es in dem Schreiben: „Oberhalb der Zementbrücke wird die Bohrung anschließend in Richtung einer anderen Gesteinsformation in rund 5300 Meter abgelenkt“, so Lies weiter. Das Lagerstättenwasser soll also nicht direkt in die frühere Fracking-Bohrstelle eingebracht werden, sondern abgegrenzt in deren Nähe. Die Zuwegung über den Bohrschacht ist allerdings die gleiche. Gegen einen Übertritt des Lagestättenwassers spricht laut Wirtschaftsministerium neben der Zementabdichtung auch der erhebliche Druckunterschied in den Gesteinsformationen (bis zu 30 Bar). Die Prüfung dieser vorläufigen Einschätzung des Ministeriums und des Antrags der RWE-DEA sind Gegenstand des derzeitigen Genehmigungsverfahrens beim LBEG und im MW.
Die ergänzende Antwort des Ministers hat mir geholfen, den Sachverhalt klarer zu sehen. Diese briefliche Ergänzung des MW ändert allerdings nichts an meiner grundsätzlichen Auffassung, wonach man künftig Lagerstättenabwasser wie andere Industrieabwässer auch oberirdisch reinigen und entsorgen muss! In diese Richtung sollte der Bundesgesetzgeber seinen aktuellen Gesetzesentwurf nachbessern. Dafür ist auch ein Stufenplan denkbar. Das klare Ziel der oberirdischen Entsorgung muss aber festgeschrieben werden. Unser hiesiger MdB Andreas Mattfeldt ist in dieser Frage in Berlin einer der führenden Kritiker der aktuellen Gesetzesvorlage der beiden SPD-geführten Bundesministerien - seinen Kurs unterstütze ich voll und ganz!

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