Sparkassen-Verwaltungsräte leisten gute Arbeit

Die Europäische Zentralbank (EZB) will die Qualifikationsanforderungen auch für Sparkassen-Aufseher erheblich verschärfen und künftig nur noch ausgewiesene Finanzexperten in den Verwaltungsräten zulassen - das geht in meinen Augen deutlich über das Ziel hinaus. Sicher ist es grundsätzlich richtig, Fachleuten die Aufsicht über Banken zu überlassen. Hier wird jedoch der Versuch unternommen, die regional aufgestellten Sparkassen mit systemrelevanten Großbanken gleichzusetzen. Das ist auch ein Angriff auf die bewährte Aufsichtsstruktur unserer Kreissparkasse. Schon jetzt gibt es ja klare Anforderungen für die Verwaltungsratsmitglieder, die im Niedersächsischen Sparkassengesetz geregelt sind: Ohne Erfahrung und Sachkunde kommt niemand in den Sparkassen-Verwaltungsrat! Darüber hinaus steht die CDU zur lokalen Mitbestimmung bei den Sparkassen: Seit Jahrzehnten leisten unsere Kommunalpolitiker und die von ihnen entsandten Verwaltungsratsmitglieder gute Arbeit bei der Sparkassenaufsicht. Nicht umsonst steht unsere Kreissparkasse so gut da! Wir wollen, dass auch in Zukunft diejenigen ein Auge auf unsere Sparkasse haben, die von den Bürgern im Landkreis gewählt worden sind und die vor Ort engagiert und verwurzelt sind! In diesem Zusammenhang erwähne ich gerne, dass ich selbst NICHT Mitglied des Aufsichtsgremiums der Kreissparkasse Verden bin. Es gibt keinen schlüssigen Grund, den teils langjährig engagierten Verwaltungsrats-Mitgliedern die Qualifikation für die Aufsicht abzusprechen. Außerdem finde ich, dass die gewiss hochqualifizierten Aufsichtsgremien großer deutscher und europäischer Banken in den letzten Jahren nicht unbedingt besser funktioniert haben, als die Verwaltungsräte unserer Sparkassen. Manchmal ist mir ein Landwirt oder ein erfahrener Gebäudeschätzer im Aufsichtsgremium lieber als ein top-versierter Finanzexperte, der dann qualifiziert zusieht, wie große Bank-Aktiengesellschaften wirtschaftlich gegen die Wand gesetzt werden! Gerade in zurückliegenden Krisenzeiten hat sich das breit aufgestellte deutsche Bankensystem als robuster bewiesen als die Kreditwirtschaft anderer EU-Staaten, in denen letztlich alle System- und Branchenrisiken auf wenige Großinstitute verteilt sind. Die regional verankerten und dezentral aufgestellten Sparkassen leisten hierfür in Deutschland einen sehr wichtigen Beitrag, der letztlich auch im europäischen Interesse liegt. Über die CDU-Landtagsfraktion werde ich mich in dieser Sache weiter einbringen und auch Kontakt aufnehmen zum CDU-Europaabgeordneten Burkhard Balz, der im zuständigen Wirtschafts- und Währungsausschuss der EU sitzt.

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